Reisetaschen auf der Spur. Ein Tag bei Werber Michael Kittel in Kreuzberg 12.06.2018

Seit Unternehmensgründung gilt die Weekender Reisetasche aus Leder zu den am häufigsten gefertigten Artikeln der Kollektion und damit zu einem weltweit beliebten Compagnon der Vielreisenden. Aber wohin führen diese Reisen und wer sind die Menschen, die sie zusammen mit unseren Taschen beschreiten? Als Freunde von HOLZRICHTER begleiten wir andere Unternehmer, Gründer und Kreative auf ihrer persönlichen Mission und dokumentieren spannende Wege einzelner Exemplare unserer Kollektion. Dieses Mal: Zu Besuch bei Werber Michael Kittel, Gründer des Berliner Kittel Creative Studio.

1. Hallo Michael. Danke, dass du dir die Zeit für uns genommen hast. Könntest du kurz erzählen, wer du bist und was du machst?

Ich bin Michael Kittel, 35, lebe in Berlin und bin Creative Director von Kittel und Agentur XY. Kittel ist eine Werbeagentur mit Schwerpunkt auf Markenstrategie, Kampagnen- Entwicklung und Branding. Agentur XY ist ein Hybrid aus Kreativagentur und Filmproduktion, damit setzen wir Film- und Fotokampagnen von der Idee bis zum fertigen Werbemittel komplett um.

Gründer des Kittel Creative Studio Berlin - Michael Kittel

2. Du hast in zwei Kreativmetropolen gelebt: New York und Berlin. Wodurch zeichnen sich die beiden Städte deiner Meinung nach aus? Was kann sowohl Berlin von New York als auch New York von Berlin lernen?

New York hat eine unglaubliche Energie auf der Straße. Die vielen Menschen unterschiedlichster Backgrounds, die gerade in Manhattan aufeinandertreffen, faszinieren mich immer wieder aufs Neue. Aber auch die lebendige Gastro-Szene, die Architektur und die Kulturszene. Alles für mich ziemlich einmalig. Das Herz dieser Stadt schlägt einfach schneller. Man geht auch schneller in den Straßen als hierzulande. Es treibt einen förmlich an. Man will direkt damit loslegen, irgendetwas Neues zu starten. Berlin wirkt auf mich dagegen fast schon dörflich. Aber auch zugänglicher für neue Ideen und gerade auch für Gründer wie mich. Nicht zuletzt, weil Berlin (noch) bezahlbar ist. Für Gründer, die auch ohne Investoren gerne ein nettes Office hätten, ein nicht zu vernachlässigendes Argument. Das fehlt New York leider weitestgehend. Berlin ist experimentell. Man sieht hier auch viele Sachen, die nicht so recht Sinn ergeben – aber gerade das macht die Stadt eben auch aus. Und Berlin verändert sich immer noch sichtlich jedes Jahr. Man hat das Gefühl, man erlebt den Wandel hautnah mit. Aber Berlin wirkt auch sehr aggressiv – vor allem auf der Straße. Das nervt und braucht niemand. Ich denke, dass weniger Autos der Stadt schon mal gut tun würden. Gerade bzw. ausgerechnet Manhattan wird immer Fahrrad-freundlicher. Ein paar Auto-Spuren weniger und dafür mehr Platz für Fahrräder und damit weniger Aggression würde auch Berlin gut stehen. New York könnte sich von Berlin abschauen, dass es ein moderneres Arbeitsklima bekommt. Denn die Stadt schläft vor allem in den Büros nie. Das laugt aus, ist ungesund und bringt vor allem in der Kreativbranche keinen echten Vorteil.

3. Was hat dich zum Gründen deiner eigenen Agentur bewegt?

Mit 16 hatte ich schon mal mein eigenes, kleines Business. Ich mochte die Selbständigkeit schon immer irgendwie. Aber ich wollte mein Handwerk erst richtig lernen, also tat ich das einige Jahre bei Top-Agenturen wie Jung von Matt oder JWT New York. 2014 wollte ich mich beruflich stärker verändern und fand die für mich größte Herausforderung in der Selbständigkeit. Ich hatte schon bei Projekten in den Agenturen gelernt, dass wenn ich vor etwas wirklich Schiss bzw. größten Respekt habe, dass ich dann erst wirklich alles gebe und besser werde. Die Vorstellung, eine eigene Agentur zu gründen, machte mir Angst. Also war es der nächste logische Schritt für mich.

Werbegantur Kittel Interieur in Berlin Kreuzgberg

4. Wie sehen dein Team und dein Arbeitsalltag aus?

Ich bin Teil eines richtig gut funktionierenden Kern-Teams unserer beiden Agenturen. Dazu gehören vor allem Kreative und Producer. Und ein großes Netzwerk von freien Mitarbeitern aus allen Bereichen, die wir Projekt-spezifisch einsetzen. Jeder Tag sieht anders aus. Weil jedes Projekt anders ist. Aber grundsätzlich versuchen wir unsere Zeit ganz bewusst sinnvoll einzuteilen, zum Beispiel indem wir Meetings und Calls auf 15 Minuten begrenzen. Die fressen einfach zu viel wertvolle Zeit. Auch wenn wir Ideen brainstormen, hilft eine zeitliche Begrenzung meistens, etwas Druck aufzubauen und damit die Ideen sprühen zu lassen. Zudem sind wir viel unterwegs. Zu Kunden, Partnern und Drehs.

5. Was war bisher dein aufregendstes Projekt?

Puh, das ist schwierig. Sicherlich waren große Kampagnen wie für PUMA und MACY*s oder auch Kampagnen mit Promis aufregend umzusetzen. Aber ich denke, dass mein erstes Projekt mit meiner eigenen Agentur dann doch noch mal aufregender war. Weil alles neu war. Das Team, der Kunde (REVIEW) und der ganz andere Druck. Heute ist das aufregendste Projekt immer das nächste Projekt.

Arbeitsplatz Daily Job in Berliner Werbeagentur

6. Was begeistert dich an der Werbebranche? Und was fordert dich heraus?

Das wiederum ist einfach: Dass jedes Projekt ganz anders ist. Jeder Kunde kommt mit einer anderen Herausforderung, einem anderen Produkt, einer ganz anderen Welt zu uns. Dadurch kommt wirklich nie Langeweile auf. Die Herausforderung besteht darin, dass wir immer wieder bei Null starten. Klar bauen wir uns ein Agentur-Portfolio auf, das zeigt, was wir gemacht haben und können. Aber wir kopieren uns ja nicht selbst. Wir starten jedes Projekt immer mit einem weißen Blatt Papier.

7. Auf welche Keypieces könntest du in deinem Alltag nicht verzichten?

Ich habe nie viel dabei, wenn ich im Alltag unterwegs bin. Mein Traum wäre es, immer mit leeren Hosentaschen unterwegs zu sein. Für den Job könnte ich auf mein Smartphone wohl am wenigsten verzichten. In der Regel arbeite ich im Büro am MacBook, mit zweitem großen Monitor und das iPhone liegt vor mir. Unsere Kaffeemaschine würde ich auch als unverzichtbar bezeichnen.

Urlaub im Büro

8. Durch deine Arbeit bist du viel unterwegs. Wo und an welchen Projekten hat deine Agentur schon gearbeitet?

Das hört sich immer nach Urlaub an, wenn man das erzählt. Wir waren schon auf Cuba, in Indien, in der Dominikanischen Republik, auf den Kanaren, in Transsylvanien, und so weiter. Das ist dann immer für Filmdrehs und Fotoshootings. Meist lässt der enge Zeitplan aber nicht zu, dass man sich auf diesen Reisen viel frei bewegen kann. Unsere Kunden kommen in der Regel aus den Bereichen Fashion, Lifestyle, Sport, Travel, Finanzen und Automotive. Unsere Drehorte richten sich nach den Ideen, die wir für sie entwickeln. Vieles setzen wir aber auch in Deutschland um.

Michael Kittel mit seinem Holzrichter  Weekender No 8-1

9. In welches Land würdest du privat wieder reisen?

Indien fand ich beeindruckend. Das Land würde ich gerne noch mal mit viel Zeit im Gepäck sehen.

10. À propos Reise. Du besitzt einen Mercedes 300 SL Oldtimer. An welche Ziele hat dich dein Mercedes schon gebracht und wieso ausgerechnet ein 300 SL?

Ich bin mit dem Wagen irgendwie aufgewachsen. Jonathan Hart hatte den Wagen, Axel Foley, und ich wollte den auch. Die Frage stellte ich mir nie so recht. Das ist einfach mein Auto. In ungefähr 6 Wochen wird der SL mein Hochzeitsauto am Tegernsee sein. Das ist das bisher schönste Ziel.

Creative Studio von Michael Kittel Berliner Innenhof Mercedes SL

11. Was zeichnet gutes Reisegepäck für dich aus?

Es muss verlässlich sein. Ich besitze nicht viele Dinge – aber ich mag Sachen, die ich lange besitzen kann. Und auch wenn ich selbst mit meinem Gepäck pfleglich umgehe, mag ich Patina. Die Kratzer und Schleifspuren am Alu-RIMOWA. Oder die speckigen Flecken auf dem immer dunkler werdenden HOLZRICHTER Berlin Weekender.

Sitzt perfekt der Holzrichter  Weekender NO 8-1 in schokoladenbraun

12. Was darf in deiner Reisetasche nicht fehlen?

Sonnencreme – ich bin ungefähr der ‚whitest boy alive’. Kreditkarte – ich shoppe meist auf Reisen, weil ich mir sonst nie die Zeit dafür nehmen will. Cap. Handyladekabel. Kopfhörer. Und wenn es einen zum meinem Ziel passenden gibt, dann noch den Louis Vuitton City Guide – diese Reiseführer arbeite ich regelrecht ab.

13. Vervollständige folgenden Satz: „Ein zeitloser Klassiker ist…“

... etwas, das auch genau so vor 40 oder 50 Jahren hätte geschaffen worden sein können, aber damals damit ziemlich innovativ gewesen wäre. Etwas, das smart auf unnötigen Schnick-Schnack verzichtet und den Rest in bester Qualität umgesetzt hat.

14. Wieso hast du dich für einen HOLZRICHTER Berlin Weekender entschieden und auf welche Reise wird er dich in Zukunft begleiten?

Weil er, wie der Name schon sagt, die perfekte Größe für Weekend-Trips hat. Und davon mache ich sehr viele. Gerade war er mit mir auf Sardinien und wird nächste Woche mit mir zu meinem Junggesellenabschied reisen. Wo genau der stattfinden wird, hat man mir noch nicht verraten. Drückt mir die Daumen.

Foto: Michael mit seinem Weekender im Studio