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Simon und Caro mit dem HOLZRICHTER Berlin Weekender vor ihrem Porsche 912

Simon Zimmermann und Carolin Bärenz über kleine Auszeiten, alte Dinge und die Spuren der Zeit


Unterwegs mit Simon Zimmermann @smnstr_ und Carolin Bärenz @cajaroli – über Fotografie, kleine Auszeiten und Dinge, die mit der Zeit persönlicher werden.

Simon und Caro erzählen in Bildern von kleinen Auszeiten: von Fahrten im alten Porsche 912 und davon, wie gut es tut, einfach draußen unterwegs zu sein. Dafür braucht es weder große Pläne noch ein fernes Ziel. Manchmal reicht ein kurzer Abstecher zum versteckten Steg am nahegelegenen See. Die beiden Content Creator leben in München, wo Simon ein Café leitet und Caro als Erzieherin arbeitet. Auf ihren gemeinsamen Ausflügen ist die Kamera immer dabei.

Im Gespräch mit HOLZRICHTER Berlin erzählt Simon davon, was er mit seinen Fotos weitergeben möchte, warum eine Auszeit schon an der Ausfahrt der Tiefgarage beginnen kann und weshalb manche Gegenstände mit ihren Gebrauchsspuren wertvoller werden.

Der Moment kommt vor dem Bild

„Taking photos of things I like“, steht in Simons Instagram-Bio. Ein einfacher Satz, der ziemlich genau beschreibt, wie er fotografiert. Nicht nach einem festen Konzept, sondern nach Gefühl. Er hält fest, was ihm auffällt, was er schön findet oder was ihn in diesem Moment berührt.

Wenn er Caro draußen fotografiert, entsteht die Szene nicht für die Kamera. Sie ist längst da. Simon beobachtet, hebt die Kamera und hält etwas davon fest. Die Bilder entstehen aus dem gemeinsamen Unterwegssein – nicht umgekehrt.

Sein Instagram-Profil versteht er als visuelles Tagebuch. Als Sammlung von Momenten, Orten und Erinnerungen, auf die er selbst irgendwann zurückblicken möchte. Dass andere daran teilhaben, ist für ihn Teil davon. Vielleicht auch als kleine Erinnerung daran, selbst wieder öfter rauszugehen.

Die Kamera ist deshalb fast immer dabei. Was davon später öffentlich wird und was nur ihnen gehört, entscheiden Simon und Caro intuitiv. Nicht jeder gute Moment braucht ein Publikum.

Porsche 912 auf einer Passstraße in den Bergen

Eine Auszeit muss nicht weit weg sein

Für Simon und Caro beginnt eine Auszeit nicht erst mit einer großen Reise. Oft reicht es, für ein paar Stunden rauszukommen.

Einer dieser Orte ist ein versteckter Steg an einem See in der Nähe von München. Kein spektakuläres Reiseziel. Kein großer Plan. Einfach ein Platz, an den sie fahren können, wenn sie Abstand vom Alltag brauchen.

Simon liebt Kaffee – und die Zeit, die er sich dafür nimmt. Auch darin steckt für ihn etwas Ähnliches: kurz bei sich sein, den Moment nicht nebenbei verbringen. Ein Kaffee kann genauso eine kleine Unterbrechung sein wie ein Nachmittag am See.

Vielleicht ist es genau dieser Blick, der sich durch Simons Bilder zieht. Nicht darauf zu warten, dass etwas Außergewöhnliches passiert. Sondern zu bemerken, was längst da ist.

Caro mit Kaffee und Buch vor einem Café
HOLZRICHTER Berlin Weekender in Schwarz vor dem Porsche 912

Die Reise beginnt vor dem Ziel

Für Simon beginnt das Gefühl des Unterwegsseins schon vor der eigentlichen Fahrt. Beim Packen. Beim Einsteigen. Spätestens in dem Moment, in dem sich das Tor der Tiefgarage öffnet und der Alltag für ein paar Stunden hinter ihnen liegt.

Zu vielen dieser Fahrten gehört ihr Porsche 912.

Die Begeisterung für Autos begleitet Simon schon lange und hat ihre Wurzeln in seiner Familie in Stuttgart. Zum eigenen Porsche kam er trotzdem eher aus dem Bauch heraus: Gemeinsam mit seinem Onkel kaufte er den Wagen, ohne ihn vorher gesehen zu haben.

Was damals als spontane Entscheidung begann, wurde mit der Zeit immer persönlicher.

Je öfter Simon unter dem Porsche lag und selbst daran schraubte, desto mehr wuchs ihm das Auto ans Herz. Auch beim Einbau eines neuen Motors war er selbst dabei. Diese Stunden gehören heute genauso zu seiner Geschichte mit dem Wagen wie die Fahrten mit Caro.

Vielleicht entsteht Bindung genau so. Nicht nur durch das, was ein Gegenstand mit einem erlebt, sondern auch durch die Zeit und Aufmerksamkeit, die man selbst in ihn steckt.

Der Porsche ist für Simon deshalb längst mehr als ein schönes altes Auto. Er ist ein Begleiter geworden. Einer, dessen Geschichte nicht mit ihm begonnen hat – und der trotzdem immer mehr zu seiner eigenen gehört.

Was Dinge persönlich macht

Als der Porsche zu Simon kam, hatte er bereits ein Leben hinter sich.

Der Wagen stammt aus Kalifornien. Die Sonne dort hat ihre Spuren im Lack hinterlassen: feine Risse und Unebenheiten, die bis heute sichtbar sind. Simon könnte darin einen Makel sehen. Stattdessen gehören sie für ihn zum Auto.

Vielleicht ist das der besondere Reiz von Patina: Sie zeigt, dass etwas schon da war, bevor es zu uns kam.

Ein Gegenstand hat andere Orte gesehen, andere Menschen begleitet, andere Hände gespürt. Wenn er weitergegeben wird, beginnt seine Geschichte nicht wieder bei null. Etwas davon bleibt in ihm erhalten.

Beim Porsche kommen heute neue Kapitel hinzu: Fahrten mit Caro, kleine Auszeiten, Stunden in der Garage. Alte Spuren verschwinden nicht. Neue kommen dazu.

Auch das Togo-Sofa von Simon und Caro gehört zu diesen Dingen. Es ist gebraucht, vertraut und längst nicht mehr makellos. Caro liegt besonders gerne darauf. Für sie fühlt es sich an wie eine warme Umarmung.

Vielleicht erklärt dieser Satz mehr über geliebte Gegenstände als jede Definition.

Bei Erbstücken wird diese Verbindung noch persönlicher. Eine Uhr oder ein Ring trägt nicht nur sichtbare Spuren, sondern die Erinnerung an einen Menschen. Etwas, das jemand anderes über Jahre bei sich getragen hat, begleitet plötzlich das eigene Leben weiter.

Der Wert solcher Dinge lässt sich kaum daran messen, wie perfekt sie erhalten sind.

Oft ist es gerade das Gegenteil.

Eine kleine Macke. Eine abgenutzte Stelle. Eine Oberfläche, die sich verändert hat. Spuren, die erzählen, dass etwas benutzt, getragen und geliebt wurde.

Hier treffen sich Simons Blick auf Fotografie und seine Liebe zu Dingen mit Geschichte.

Ein Foto bewahrt einen Moment.

Ein vertrauter Gegenstand bewahrt die Spuren vieler Momente.

Beides erinnert daran, dass die Dinge, die uns irgendwann besonders viel bedeuten, selten deshalb bleiben, weil sie makellos sind. Sondern weil wir etwas mit ihnen erlebt haben.

Fahrt im Porsche 912 auf einer Bergstraße
HOLZRICHTER Berlin Weekender auf dem Beifahrersitz des Porsche 912

Auch unser Weekender war auf einer dieser Reisen dabei. Im Porsche 912 hat er Simon und Caro begleitet – und trägt nun die ersten Spuren einer Geschichte, die gerade erst begonnen hat. Vielleicht ist genau das der schönste Anfang für einen guten Begleiter: unterwegs zu sein und mit jeder Reise ein wenig persönlicher zu werden.

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